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Rangsdorf - Zeittafel

 „Einst zwischen Wald und Bruch versteckt, abseits gelegen vom großen Verkehr der immer schneller pulsierenden Zeit, führten die Einwohner ein stilles Dasein, und selbst die Geschichte kam nur gelegentlich zu Wort.“

Adressbuch des Kreises Teltow 1927


„Das Gebiet direkt südlich von Berlin …, also das eigentliche Kernland des Kreises [Teltow], ist den meisten Berlinern eine „terra incognita“ (unbekanntes Land). Ein wie reizvolles Beispiel früh mittelalterlicher Baukunst die Kirche des von Steglitz angekauften ‚Klein-Ziethen ‘ ist, wie hübsch die Gegend um den Rangsdorfer See herum, […] wie schöne Blicke sich auf die Berliner Vororte insonderheit Lichterfelde und Steglitz von der Gegend bei Genshagen aus bieten, davon weiß der Normalgroßstädter ebenso viel oder wenig, wie von den Teltowstädtchen, z. B. ‚Mittenwalde ‘, wo Paul Gerhard ‚Nun ruhen die Wälder‘ dichtete [ …]“
Spatz, Wilhelm: Groß Berliner Kalender, Illustriertes Jahrbuch 1913.


8.000 v. u. Z.
· Siedlungsbeginn: Erste Menschen siedelten bereits 8.000 Jahre v. u. Z. an den Ufern des Rangsdorfer Sees vor der Teltower-Hochplatte, der aus den Schmelzwassern der letzten Eiszeit vor ca. 15.000 – 10.000 Jahren entstand. Frühe Siedlungsspuren lassen sich ab der Mittelsteinzeit als Bodenfunde nachweisen.


1375
· Urkunde: Die erste urkundliche Erwähnung Rangsdorfs - als "Rangenstorff" - erfolgte im Landbuch von Kaiser Karl IV. im Jahre 1375. Rangsdorf war ein landwirtschaftlich geprägtes Angerdorf. Rodungsflächen waren vorhanden zwischen der Lindenallee bis zum Fontaneplatz bis an den Rand der Waldhöhe (Clara-Zetkin-Straße). Rangsdorf war immer wasser-, wiesen- und waldreich. Über 70 Wiesengrundsücke teilten sich der Grundherr und die Bauern (Hüfner). Bei der Ersterwähnung wurde auch ein Krug und eine Windmühle erwähnt. Rangsdorf gehörte den Herren von Torgau aus Zossen und war bereits zu diesem Zeitpunkt verpfändet.


· Vergleichende Angaben aus dem Landbuch:

 

Hufen

Kossäten

Ersterwähnung

Groß Machnow

80

32

1375

Selchow

57

 

1373

Ragow

52

16

1450

Brusendorf

50

8

1348

Groß Kienitz

50

8 (dav. 7 wüst)

1305

Dahlewitz

50

8

1305

Blankenfelde

50

 

1375

Glasow

43

5

1375

Rotberg (Rotzis)

40

 

1318

Klein Kienitz

30

7

1375

Mahlow

53

 

1280

Wierigsdorf

30

 

1375

Rangsdorf

25

9

1375

Pramsdorf

11

 

1375


1571
· Seit diesem Jahr wir ein Kahnzins für das Befahren des Rangsdorfer Sees erhoben. 4 Hüfner nutzen den Nebenerwerb der Fischerei.


1652
· Obrist Pfuhl, im Krieg zu Reichtum gelangt, erwarb das Gut für 27.000 Taler und erkaufte sich dazu von dem in Geldnot geratenen und deshalb altes Herkommen verletzenden Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 – 1688) für sich den Adelstitel „Ritter“ und für das Gut Rangsdorf den Titel „Rittergut“.


17. Jahrhundert
· Dreißigjährige Krieg: Kriege und Abgaben und häufig wechselnde Herren belasteten die Hüfner und Kossäten stark. Die größten Opfer forderte der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert, den nur ein Bauer und zwei Kossäten in Rangsdorf überlebten. Da nur wehrfähige Männer gezählt wurden, könnten ca. 10 – 12 Menschen den Krieg überlebt haben.
· Kirchenbrand: 1690 nach Brand wird die ca. 9 x 9,30 m große Saalkirche der Feldsteinkirche fast komplett bis auf die Fundamente und einer 2018 noch vorhandenen und erkannten bis zu 2 m hohen Eckverzahnung abgerissen.
· Neue Saalkirche: Der Neubau erfolgte unter dem Kirchenpatron Ernst Adam von Hake (1676 – 1728)

 

1800
· Schifffahrt: Carl Magnus von Zülow aus Dahlewitz errichtet einen „Schifffahrtskanal“ durch Ausbau des heutigen Zülowgrabens und Zülowkanals. Er transportierte in 7 m langen Flachbodenschiffen Torf aus dem Raum Dahlewitz/Groß Kienitz über die späteren Zülowseen, durch den Machnower See über den Jordangraben in den Zülowkanal bis nach Mittenwalde und Berlin.


1850
· Mühle: Die Bockwindmühle wird abgerissen. Ihr Standort war Clara-Zetkin-Straße, dort wo der Hort der Grundschule steht.

 

1856 – 1857
· Kanalerweiterung: Erneuter Ausbau des Zülowkanals durch Sohlenvertiefung. Der Zülowkanal fungiert als Vorfluter. Der Rangsdorfer See wird um 60 – 70 cm per Anordnung abgelassen.


1875
· Bahnhof: Am 17. Juni wurde der Bahnhof Rangsdorf für die Eisenbahn Berlin - Dresden eröffnet, damals noch mitten im Wald auf der Ostseite der Bahnanlagen. Zwei Bahnstrecken führten durch den Bahnhof hindurch, die Berlin Dresdener Eisenbahn (BDE) und ab 15. Oktober die Königliche Militär-Eisenbahnbahn (KME). Die KME war wohl zum Zeitpunkt die kleinste Staatsbahn. Sie hatte in Rangsdorf einen eigenen Bahnhof auf der Westseite.


1897
· Funktelegrafie:
Neuer Weitenweltrekord für eine funktelegrafische Verbindung über 21 km zwischen Schöneberg und Rangsdorf. Geleitet wurde die Aktion von Slaby, Adolf mit Unterstützung von Soldaten der Luftschifferabteilung Berlin-Tegel. Mit dem Ballon soll eine Antenne (Kupferdraht) auf eine Höhe von 300 m gehoben worden sein.


1901
· Fischerhütte:
An der Krummen Lanke befindet sich am Ende der Lindenallee eine Fischerhütte, die schon auf der alten Rangsdorfer Karte von 1777 im Wasser stehend auf Stelzen nachgewiesen werden konnte.


1901 - 1903
· Schnellfahrversuche:
Auf der Strecke der KME zwischen Marienfelde und Zossen erfolgen Versuche mit elektrischen Fahrzeugen sowie Schnellfahrversuche. Am 28. Oktober 1903 stellt der Drehstrom-Versuchstriebwagen der AEG mit 210,2 km/h einen 25 Jahre bestehenden neuen Geschwindigkeitsweltrekord aller Verkehrsmittel auf. Für die Versuche wurde extra die Strecke zwischen Marienfelde und Zossen elektrifiziert. Die Schnellbahn verfügte über eine Leistung von 100 HP bei einer Netzspannung von 12.000 Volt und wog 96 t.


1909
· Waldfriedhof:
Eröffnung des heutigen ev. Waldfriedhofs mit der ersten Beisetzung der Witwe Wilhelmine Große (1855 - 1909) durch den Pf. Zinkernagel aus Blankenfelde.

 

1914 – 1918
· I. Weltkrieg:
In diesem Krieg sterben 12 Rangsdorfer Bürger. Bis auf den jüngeren Sohn des Gutsbesitzers Spiekermann bleiben alle im Feld zwischen Rumänien, Belgien, Frankreich, Russland, Ostpreußen und Serbien.

 

1920
· Badestrand:
Rangsdorf erhält einen öffentlichen Badestrand am Rangsdorfer See.

 

1929
· Strand-Casino:
Die Gemeinde Rangsdorf erwirbt eine Glashalle, die ursprünglich 1896 für die große Berliner Gewerbeausstellung in Treptow erbaut worden war und später 30 Jahre als Bierhalle an der Landsberger Allee (Berlin) genutzt wurde. Rangsdorf wird zu einem bekannten Ausflugsziel der Berliner. Die Hauptstädter kommen im Sommer zum Wassersport und im Winter zum Eissegeln.

 

1930
· Eröffnung:
Das neue Strand-Casino mit 1500 Innen- und 5000 Außenplätzen am Ufer des Rangsdorfer Sees wird eröffnet.


1931
· Wasserrutsche:
1931 wurde die 12 m hohe amerikanische Wasserrutsche mit Wellenrutscher am Strand errichtet. Dazu kam
ein 70 m langer Badesteg und eine Badeinsel. Eine Tanzfläche lockte unzählige Ausflügler nach Rangsdorf, dem "Lido des
Berliner Südens".


1935 - 1936
· Flugplatz:
Am Vorabend der Olympischen Spiele wurde am 30. Juli 1936 der Reichssportflughafen nach Plänen von Ernst Sagebiehl (1892 - 1970) in Anwesenheit zahlreicher Sportflieger aus ganz Europa offiziell eröffnet. Die Bücker- Flugzeugbau GmbH ab Herbst 1935 und der Reichsportflugplatz teilen sich gemeinsam ein kreisrundes Flugfeld. Beide Einrichtungen sind die größten Arbeitgeber in Rangsdorf.


1938
· Sprengung:
14. August, Autobahnanschluss an den Südring für den Streckenabschnitt Michendorf – Rangsdorf nach dreijähriger Bauzeit übergeben. An der Krummen Lanke musste eine Moorlagerungstelle (Moorblase) für den Brückenbau über den Glasowbach gequert werden, die mittels einer Sprengung entfernt wurde. 8 m von 18 m der Schlammschicht wurden ausgebaggert, der Rest durch Tiefensprengung „beiseite gequetscht “. Die Schlammsprengung war der technologische Durchbruch in Deutschland für diese Bauweise. Am 15. Dezember wurde der Abschnitt Rangsdorf bis Niederlehme (Osttangente) übergeben.

 

1938
· Hubschrauber:
Der erste wirklich einsatzfähige Hubschrauber F 61 (Focke Wulf) wurde am 24. Juni durch den Flugkapitän Dipl.-Ing. Karl Bode zwischen Aero-Clubhaus und dem Rangsdorfer See vorgeführt.


1940
· Kino:
Eröffnung der „Landhaus Lichtspiele “ gegenüber der Gaststätte „Usambara“, ein Kinoprojekt mit 400 Plätzen des Architekten Otto Werner (1885 - 1954). Hier handelt es sich um den Umbau eines Stallgebäudes durch den Kinobetreiber Hans Heller aus Zossen auf dem ehemaligen Grundstück Ribbecke in der Seebadallee.
· S-Bahn: 6. Oktober, Rangsdorf wird Endpunkt der Berliner S-Bahnstrecke Velten – Rangsdorf. Nach dem Ausbau des letzten Teilstücks Mahlow - Rangsdorf im Gemeinschaftsbetrieb mit der Dresdner Bahn.

 

1944
· Attentat: 20. Juli - Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg startet von Rangsdorf mit einer He 111 zum missglückten Attentat auf Hitler in Richtung Wolfsschanze. Nach der Landung sprach der Oberst zu den wartenden Offizieren: „Meine Herren, der Führer Adolf Hitler ist tot."


Bis 1945
· Funkstelle: Die ehemalige Pferdekoppel des Rittergutes und späterer Sportplatz Birkenallee wird Funkstelle der Wehrmacht. Es entsteht eine Baracke. Die gesamte Sportfläche wird Antennengelände. Die Betreiber der Anlage wohnten zum Teil im Seebad Casino.
· Fliegerhorst: Bis zum April 1945 war Rangsdorf ein Fliegerhorst der Luftwaffe mit vielfältiger Belegung. Dominierten zunächst Schul-, Kurier-, Wetter- und Transportflugzeuge, tauchten im Kriegsverlauf auch für Geheimaufträge genutzte Beuteflugzeuge und schließlich Kampfverbände auf.


1945
· Fischereibetrieb: Franke und Sohn bewirtschaften den Rangsdorfer See durch Fischerei, Fischzuchtanstalt, mechanische Rohmattenweberei und eigene Fischräucherei. Im Clubraum des heutigen Seesportclubs befanden sich Aufzuchtbecken für Fische.
· Patronatsrecht: Der Grundbesitz der Kirche fiel im östlichen Teil Deutschlands nicht unter die Bodenreform. Nur das Patronatsrecht wurde aufgelöst, da die meisten Inhaber enteignet wurden.


1946
· Luftarmee:
Im Flugzeugwerk begann 1946 eine Instandsetzungseinheit Flugzeuge und Flugzeugmotoren zu reparieren und zu überholen. Von 1956 bis 1994 war als zweite Garnison in Rangsdorf im westlichen Teil am Rangsdorfer See ein Nachrichtenregiment stationiert. Bis 19 94 war in Rangsdorf die 16. Luftarmee der WGT stationiert.
· Wasserrutsche: Einsturz der Großen Wasserrutsche am Rangsdorfer See und der hinteren Abgrenzungsmauer auf Grund des Sturmes vom Sonnabend, d. 23.03.1946.


1949
· Ehrenbürger:
Der ehemalige Amtsvorsteher (1919 - 1933) Georg Rapp (1869 - 1953) wird am 24. April als erster Ehrenbürger der Gemeinde aus Anlass seines 80. Geburtstages ausgezeichnet.

 

1953
· BSG Lokomotive:
Die Betriebssportgemeinschaft Lok Rangsdorf wird am 15. Januar mit einer Sektion Frauenhandball gegründet. Vorsitzender ist Kurt Bohn.
· BSG Aufbau: Im Juni wird die Betriebssportgemeinschaft Aufbau gegründet. Trägerbetrieb ist der Kreisbaubetrieb, später nach Umstrukturierung das Hochbaukombinat Rathenow bzw. BMK Ost, jeweils mit dem Betriebsteil Rangsdorf am Bahnhof in der Ladestraße. Zunächst gegründet mit zwei Sektionen: Fußball und Segeln.


1954
· Muscheln:
Aus dem See wurden über viele Jahre Muscheln (Unio, Flussmuschel) mit Harken geerntet. Das Perlmutt fand Abnahme in der Knopfindustrie in Bad Frankenhausen und Kelbra.
· Eissegeln: Auf dem Rangsdorfer See wird die 1. DDR-Meisterschaft (05.02. – 07.02.) im Eissegeln ausgetragen.

 

1956
· Nachrichteneinheit:
In Rangsdorf wurde eine Nachrichteneinheit der 16. Luftarmee der WGT stationiert.
· Handball: Schon 1947 wurde eine erste Jugendmannschaft in der Schule unter Erwin Benke (1925 – 2002) gebildet. Die Mannschaft startete schnell durch. 1950 Landesmeister der weiblichen Jugend, 1953 DDR-Meister der weiblichen Jugend, 1955 Aufstieg der Frauenmannschaft in die Oberliga, 1956 und 1961 Frauenhandballmeister der DDR. Gleichzeitig stiegen die Männer in die DDR-Oberliga auf, in der sie bis 1960 verblieben.


1957
· Warenhaus:
In der Seebadallee wird das Konsum-Warenhaus eröffnet.
· AWG: Am 8. April wird die AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) „Funk“ als erste dieser Art im Kreisgebiet Zossen
gegründet. Vorsitzender ist Kurt Streit.
· Sportforum: In diesem Jahr begann der Aufbau des Sportplatzes in der Lindenallee. Maßgeblich daran beteiligt Erich Dückert.
· Das Feuerzeug: 1957/58 dreht die DEFA den Film „Das Feuerzeug“ nach einem Märchen von Hans Christian Andersen in der Regie von Siegfried Hartmann. Gleich am Beginn des Filmes läuft Schauspieler Rolf Ludwig (28.07.1925 Stockholm – 27.03.1999 Berlin) als heimkehrender Soldat auf dem mit Sand aufgeschütteten Weidenweg in Richtung Rangsdorf.


1959
· Faustball:
15. Februar 1959 gründete Fritz Firmont (1920 – 1986) die Sektion Faustball der BSG Lok Rangsdorf; ihm zu Ehren
wird jährlich das Fritz-Firmont-Gedächtnisturnier durchgeführt.
·
1960
· Kinderkrankenhaus:
Am 3. November wurde die Klinik am Spessartweg eröffnet. Davor war sie u. a. eine Samenhandlung, Werkstatt für Berufsbekleidung und Berufsschule.

1961
· Motorsport:
Am 10. August wurde der MC Rangsdorf im ADMV gegründet. Später finden auf dem Frühlingsplatz KWagenrennen statt.

1962
· Klubhaus:
Einweihung des Klubhauses in der Waldhöhe Ecke Friedensallee im Mai. Das Klubhaus wurde das kulturelle Zentrum des Ortes.

1963
· Eisenbahn:
26. Mai - Die Züge von Wünsdorf fahren nur noch nach Schönefeld. Der Pendler von Mahlow "Der blaue Bock" endet an einem neu errichteten Seitenbahnsteig. Zuerst fuhr eine blaue Diesellok mit beige-rotem Anhänger. Bis 14. September 1991 verkehrte dann ein roter Triebwagen.


1965
· Kinderkrankenhaus:
Einweihung eines Erweiterungsbaus am Kinderkrankenhaus im Spessartweg.
· Weltrekord: 11. April - Peter Rosenow wird der erste Weltrekordler von Rangsdorf mit 105,34 km/h als Motorbootrennfahrer.

 

1968
· Getreidewirtschaft:
1. April - Der VEB Getreidewirtschaft wird Nachfolger des VEAB (Volkseigner Erfassungs- und
Aufkaufsbetrieb, Betriebsleiter Döbler) auf dem ehemaligen Gutsgelände in Rangsdorf mit eigener Küche und Speisesaal.

1969
· Rudern:
In der BSG Aufbau Rangsdorf wurde die Sektion Rudern unter Helmuth Herrbach gegründet.

 

1970
· Kegeln:
Gründung der Kegelsektion in der BSG Traktor Rangsdorf am 30. April.
· Ziedrich: Schließung der ältesten Gaststätte im Dorf. Letzter Gastwirt Bernhard Ziedrich.

 

1972
· Kaufhalle:
Am 7. Februar erfolgte die Einweihung der Kaufhalle in der Seebadallee.
· Hortneubau: Errichtung des heutigen Horts bzw. damaligen Grundschulneubau (Volksmund Rinderoffenstall), genau an der Stelle, wo früher der eigentliche Mühlenweg endete und die Rangsdorfer Bockwindmühle bis 1850 stand.

 

1974
· Eingemeindung:
Am 1. April erfolgte die Eingemeindung von Klein Kienitz nach Rangsdorf. Das 20. und auch das 21. Jahrhundert sind geprägt von einer großen Eingemeindungswelle.

 

1975
· Jubiläum:
600-Jahrfeier der Gemeinde Rangsdorf.
· Karneval: Im Gemischten Chor Rangsdorf (GCR) wurde der Bereich Karneval gegründet. Gründer Lothar Frenzel (1939 – 2016).

 

1981
· Sporthalle:
Übergabe der Sporthalle in der Fichtestraße. Die Ruderer der BSG Aufbau Rangsdorf stehen mit ihren aufgestellten Ruderriemen Spalier und krönen so den festlichen Einzug.

 

1982
· Elektrifizierung:
Die Bahnstrecke wird mit Wechselstrom und Oberleitung elektrifiziert. Monatelang ist Rangsdorf Umspannbahnhof zwischen Diesel- und Elektrobetrieb. Hubschrauber transportieren die Elektromasten von der Ladestraße zu den Standorten. Die Ladestraße und das Gelände des BMK Ost, BT Rangsdorf wirkten täglich wie neu gefegt.


1984/85
· Entschlammung:
Beginn der Entschlammung des Rangsdorfer Sees.


1990
· Seesport:
Am 13. Juli 1990 wurde der Seesportclub Rangsdorf (SSCR) gegründet.


1991
· Tennis Borussia:
Der Verein von Borussia hat seine Traditionself „Hans Rosenthal“ zum 26. Juni eingeladen. Mit von der Partie war Schlagersänger Bernhard Brink. Gleichzeitg war es ein Treffen alter Rangsdorfer Fußballer um Schuhmachermeister Alfred Rentmeister, Herbert Schiedlewski, Oberlehrausbilder Hans-Günther Löhr, Peter Flöter, Manfred Schubert und Michael Hennies.

 

1992
· Straßenumbenennung:

· Allendering - Teutonenring
· Nerudaring - Cimbernring
· Otto-Grothewohl-Straße - Sachsenkorso
· Straße der DSF - Großmachnower Allee
· Wilhelm-Pieck-Straße - Kienitzer Straße

 

1993
· Amt Rangsdorf:
1. Januar - Bildung des Amtes Rangsdorf - bestehend aus den amtsangehörigen Gemeinden Rangsdorf, Dahlewitz und Groß Machnow.
· Städtepartnerschaft: 27. Februar - Gründung der Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Lichtenau und der Gemeinde Rangsdorf.
· Kinderkrankenhaus: 14. Juni - In dem ev. Krankenhausstandort Ludwigsfelde-Teltow wird die Kinderklinik aus Rangsdorf integriert.

 

1994/95
· 20. Mai - Verabschiedung der Hubschrauber-Instandsetzung-Einheit der GUS-Streitkräfte mit einem Tag der offenen Tür, anschließend Abzug der Instandsetzungseinheit der GUS-Luftwaffe aus dem Bücker-Werk und des Nachrichtenregiments aus dem Westteil des Flugplatzgeländes. Die historischen Bauten des Bücker-Flugzeugwerkes, das Aero-Club-Haus und das Flugfeld wurden nach Abzug des Militärs unter Denkmalschutz gestellt.
· EGZ: Umbau des alten Küster- und Schulhauses zum Evangelischen-Gemeinde-Zentrum (EGZ) mit einer gasbetriebenen Warmwasser-Zentralheizung, Toiletten, Küche, Gemeindesaal.
· Grundsteinlegung - Am 23. August erfolgte die Grundsteinlegung für das Wohngebiet „Römer Schanze“ der Firma Interhomes. Auf 78.000 m² entstehen 302 Wohneinheiten.

 

1996
· Franziska van Almsick:
Richtfest für van Almsick-Haus im Fischerweg. Schwimmstar Franziska van Almsick kam persönlich, denn sie soll zum Jahresende dort einziehen.


1997
· Festwoche
– In diesem Jahr fand die 48. Rangsdorfer Festwoche vom 31. Mai bis zum 8. Juni statt.


1998
· Grundwasserreinigung
- Im Rangsdorfer Wasserwerk wurde eine Desorptionsanlage in Betrieb genommen. Sie reinigt gefördertes Grundwasser von chlorierten Kohlenwasserstoffen.
· Naturschutzgebiet (NSG) - Der Rangsdorfer See wird als NSG eingestuft, nachdem er bereits 1972 als Wasservogelschongebiet benannt wurde.
· Sparkassen-Cup: 12./13. September - Die kleine Schwester des bekannten Internationalen Handballturniers für Frauen wurde geboren mit dem 1. Internationalen Sparkassen-Cup.


1999
· Sanierung:
In diesem Jahr beginnen die Sanierungen von Wohnungen in Rangsdorf-Südwest mit 3 Wohnblöcken und den unter Denkmalschutz stehenden Reihenhäusern der ehemaligen Bücker-Siedlung. Insgesamt sollen 96 Wohnungen instand gesetzt werden.
· Ziedrich ade: Abriss der ältesten Gaststätte in Rangsdorf (älteste Krug schon 1375) zuletzt unter dem Namen Ziedrich.
· Grundschule: 13. Juli - Schlüsselübergabe der neuen Grundschule von Bauleiter Roland Friebel an die Schulleiterin Karin Benke. Die Brunnenplastik, eine Skulptur von Dietrich Rohde vor der Grundschule steht auf der Denkmalliste.

 

2000
· Seeschule:
Im Sommer beginnt das freie Gymnasium am See seinen Schulbetrieb. Am Start waren fünf Lehrer für zwei Klassen mit 26 Schülern. Im Herbst 2004 waren es schon 180 Schüler der 7. bis 11. Klasse (davon 35 aus dem angeschlossenen Internat).
· 625 Jahre: 4. Juni - 625 Jahrfeier für Rangsdorf und Klein Kienitz, Straßenfest in der Seebadallee und Festumzug.
· Seebad-Casino: 3. August - Neueröffnung des Seebad Casinos unter gleichem Namen als Hotel mit Bowlingbahn, Saunabereich, Restaurant mit Veranstaltungsräumen, Disco, Festhalle, Bootsausleihe und Biergarten.
· Dorffest: 7. Oktober erstes Dorfangerfest in Klein Kienitz

 

2001
· Bückersiedlung:
5. März - Rekonstruierte ehemalige Bücker-Werkswohnungen werden in Rangsdorf offiziell übergeben.
· Flugzeugabsturz: Unfall eines deutschen Leichtflugzeuges (Reims Avion F177RG) ohne Verletzte am 19. Mai. Während des Fluges fiel das Triebwerk infolge Kraftstoffmangels aus. Bei der anschließenden Notlandung berührte das Flugzeug die Oberleitung der Eisenbahnstrecke Berlin – Dresden.

 

2002
· Fardella:
Über Groß Machnow gelangte die Freundschaftsbeziehung zum italienischen Fardella im Nationalpark Pollino, einem Ort in der Region der Basilikata, nach Rangsdorf.


2003
· Die amtsfreie Gemeindegliederung besteht aus: Rangsdorf, Groß Machnow in Südost mit den Wohnplätzen Fenne, Pramsdorf und Theresenhof und Klein Kienitz im Nordosten.
· Turnhalle: 19. September - Wird die neue Zweifeld-Sporthalle am Gymnasium eingeweiht.

 

2004
· Ortsteil Klein Kienitz:
Der schon am 1. April 1974 nach Rangsdorf eingemeindete Ort wird am 13. Juni umgewandelt von
einem bewohnten Gemeindeteil in den Ortsteil Klein Kienitz.
· Europäisches Vogelschutzgebiet: Der Rangsdorfer See wurde nach 1998 als Naturschutzgebiet jetzt als Europäisches Vogelschutzgebiet (Special Protection Area, SPA) eingestuft.
· Abriss: Am 15. August beginnt in der Stauffenbergallee der Abriss von drei mehrgeschossigen Plattenbauten, 20 Garagen, Lagerräumen und dem Heizhaus. Gleichzeitig sollen 5,6 Hektar Betonflächen entsiegelt werden. 125.337 Kubikmeter umbauter Raum werden abgebrochen. Die Rückbaukosten betragen 1,3 Millionen Euro, möglich dank Fördermittel aus dem Konversionsprogramm.

 

2006
· Renaturierung:
Januar - Abschluss der Abrissarbeiten für die Renaturierung des Konversionsgeländes.
· Feng Shui: Die Siedlungsplanung in Rangsdorf Süd-West beginnt. Daraus entsteht die Feng Shui Siedlung.
· FFW: 26. Mai - Die Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Groß Machnow begeht ihr 80-jähriges Jubiläum .
· Fliegertreffen: 20./21. August - Erneut gelingt es dem Förderverein Bücker-Museum, ein internationales Sportfliegertreffen auf dem historischen Flugfeld in Rangsdorf zu organisierten. Die Veranstaltung entwickelt sich zu einem Volksfest mit bis zu 6.000 Besuchern. Der Neffe von C. C. Bücker war vor Ort.
· Grundschule: 22. August - Eröffnung der Außenstelle der Grundschule Rangsdorf im Ortsteil Groß Machnow auf dem ehemaligen Gutsgelände.


2007
· Seniorenresidenz:
1. Mai - Einzug der ersten Bewohner in die Seniorenresidenz Rangsdorf

2008
· Einwohnerzahl:
13. März - Rangsdorf begrüßt seinen 10.000. Einwohner.
· Osterei: 30. März - Am Sonntag standen morgens vor der ev. Kirchentür in Rangsdorf ein großer Karton und ein Wäschekorb mit Resten der alten Buntglasfenster.


2009
· Neue Grundschule:
31. August - die bisherige Außenstelle der Grundschule Rangsdorf im Ortsteil Groß Machnow wird eine eigenständige Grundschule - die Grundschule Groß Machnow.
· 100 Jahre Friedhof: Mit einem Festgottesdienst wird das 100-jährige Bestehen des Friedhofs gewürdigt. Gleichzeitig erfolgte die Einweihung des kirchlichen Ehrengrabes des Rangsdorfer Architekten Ernst Rang.
· Oberschule: 17. September - feierliche Freigabe der Oberschule Rangsdorf nach deren Sanierung und Umbau.

 

2010
· Platz der Deutschen Einheit:
26. Juni - feierliche Freigabe des Platzes der Deutschen Einheit als Stätte der Begegnung für Jung und Alt.
· Blaues Haus: Juli - denkmalgeschütztes Baczewski-Haus ("Blaues Haus") in Rangsdorf wird durch Brandstiftung stark beschädigt.
· Unglückschronik, Schneeberge: Mitte März bricht das Eis auf dem Rangsdorfer See auf. Das vermutete Fischsterben beschäftigt alle Zeitungen und das Fernsehen (RBB). Als Unterstützung kommt das THW (Technisches Hilfswerk). 380 Tonnen tote Fische.
· Bombenentschärfung: 23. September - erfolgreiche Bombenentschärfung (deutsche Fliegerbombe mit russischem Zünder aus dem 2. Weltkrieg). Mehr als 4.000 Rangsdorfer mussten evakuiert werden.
· Kreisverkehr: 30.September - Freigabe des Kreisverkehrs in der Seebadallee.
· Oberschule: Eine neue Schule nimmt im August den Schulbetrieb auf. Am Standort der Seeschule am Rangsdorfer See startet eine private Oberschule in freier Trägerschaft.


2011
· Ludomer:
15. Mai - Einweihung der Gedenktafel vor dem ehemaligen Haus der jüdischen Familie Ludomer.
· Baubeginn: Juli - an der Ecke Seebadallee / Goethestraße ist mit den Bauarbeiten zur Errichtung des Rathauses begonnen worden.
· Pieniezno: Zusammen mit Gästen aus Fardella und Lichtenau wurde der Vertrag einer Städtefreundschaft zu den Europatagen unterzeichnet.


2012
· Richtfest:
17.07.2012 - Richtfest Rathaus-Neubau an der Seebadallee.
· Kreisverkehr: 19.09.2012 - Freigabe des Kreisverkehrs an der Kreuzung Kienitzer Straße / Am Stadtweg.
· Rathauseröffnung:12.10.2012 - Bezug des neuen Rathauses, welches nun neben der Gemeindeverwaltung auch die Öffentliche Bibliothek Rangsdorf beherbergt.
· Jugendfeuerwehr: 19.10.2012 - 20-jähriges Bestehen der Jugendfeuerwehr Groß Machnow .
· Unglückschronik: Im dichten Nebel landen Gänse auf der Autobahn, weil sie die Orientierung verloren hatten. Sie prallten gegen die Windschutzscheiben. Die verwirrten Tiere hatten eine Notlandung eingeleitet.

 

2013
· TSV:
17.03.2013 - die U11- und U15-Teams des Turn- und Sportverein Rangsdorf 2004 e.V. werden Landesmeister im Floorball.
· Ronald Paris: 23.06.2013 - Übergabe Ehrenpreis "Brandenburgischer Kunstpreis" an Ronald Paris für sein Lebenswerk durch den Ministerpräsidenten.
· Europameister: 25.08.2013 - die Segler des Vereins Rangsdorfer Segelgemeinschaft 53 e.V. holen den Europameistertitel in Tschechien in der Bootsklasse "Pirat".
· Tunnel: Oktober 2013 - Baubeginn des Tunnels (Bahnüberführung) in Rangsdorf. Abriss des Empfangsgebäudes des Bahnhofs, der stählernen Fußgängerbrücke, des Verladestegs und der Verladerampe sowie der Pumpenstation.

 

2014
· Landesmeister:
04.01.2014 - Miriam Fleischer wird zum 3. Mal in Folge Siegerin der Landesmeisterschaften in den karnevalistischen Tänzen.
· Auszeichnung: 22.02.2014 - Lothar Frenzel erhält für seine 40-jährige Präsidiumstätigkeit die höchste karnevalistische Auszeichnung durch den Bund Deutscher Karneval in Gold mit Brillianten.
· GEDOK: 06.04.2014 - 20-jähriges Jubiläum der GEDOK- Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer, Gruppe Brandenburg e.V.
· Feuerwehr: 14.10.2014 - Richtfest des Neubaus der Feuerwehr Rangsdorf in der Großmachnower Allee 1 .
· Sanierung Zülowwehr: In der Gemeindevertretung wurde die Sanierung des Zülowwehres beschlossen.
· Eiche fällt: Am 20. April wurde die markanteste Eiche im Rondell der Kurparkallee aus Sicherheitsgründen gefällt und kurze Zeit später ein neuer Baum gepflanzt.


2015
· Neujahrsempfang:
30.01.2015 - Erster Neujahrsempfang sowie die erstmalige Verteilung der Rangsdorfer Ehrennadel an Käthe Vogeler-Seelig und Horst Schoenert.
· Jubiläum: 25.03.2015 - 20-jähriges Jubiläum des Fördervereins Bücker-Museum Rangsdorf e.V.
· Schranke ade: 30.05.2015 - der Bahnübergang an der Seebadallee schließt nach 140 Jahren – Feierliche Eröffnung der Straßenunterführung (Tunnel).
· Fleischerei Matthias Balk: Das Fleischerhandwerk besteht in der Familie Balk seit 1900 (115 Jahre) als der Urgroßvater Franz in Mittenwalde seine Fleischerei gründete.


2016
· Flüchtlingsheim:
20.01.2016 - Ankunft der ersten Flüchtlinge und Unterbringung in der Flüchtlingsunterkunft.
· Feuerwehr: 01.10.2016 - 25-jähriges Bestehen der Jugendfeuerwehr Rangsdorf .
· Fertigstellung der Renaturierung: Das Naturschutzgebiet Zülowgrabenniederung erstreckt sich von Dahlewitz, Groß Kienitz über Klein Kienitz bis nach Rangsdorf und umfasst ca. 113 ha.
· Neues Wohngebiet: Am Stadtweg stehen 1,2 ha zur Bebauung zwischen der Interhomes-Siedlung und der Ladestraße zur Verfügung.

2017
· Unglückschronik:
Sturmtief Xavier mit 118 km/h lässt am 29. Oktober in der Region Bäume stürzen. Regional 50 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden.


2020
· High Scholl Musical:
Bereits das 14. Musical des Fontane-Gymnasium Rangsdorf feierte am 23. Januar Premiere.
· Rangssouci: Die Reste der Miniaturanlage in der Seebadallee werden als Denkmal erfasst.
· Grabplatten: Am 13. September erfolgte in der ev. Kirche Rangsdorf die Einweihung von drei Grabplatten als Fußbodeneinlass genau über den sich darunter befindenden Grüften. Als Stifter beteiligten sich Architekt Tassilo Soltkahn, Fleischermeister Mathias Balk und der private Historiker Stefan Rothen.


2021
· Findling:
Bei Arbeiten auf dem Friedhof Rangsdorf wurde ein Findling geborgen und umgesetzt, der 2021 als Naturdenkmal im Geotopkataster erfasst wurde.


2022
· Sturm:
Schon Sturmtief Nadia hat Ende Januar Bäume entwurzelt und die Feuerwehr in Trab gehalten. Am 17. Februar tobt Sturm „Ylenia“ über Deutschland. In der ersten Nacht rückte die Feuerwehr zu 58 Einsätzen aus. In Rangsdorf Windgeschwindigkeiten zwischen 90 und 110 km/h.

 

Autor: Stefan Rothen, Geschichtswerkstatt