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Pramsdorf - Zeittafel

Pramsdorf besaß weder eine Mühle, noch eine Kirche und auch keinen Krug. Es zählt zu den kleinsten Ortschaften der Umgebung. Dennoch war es auf allen alten Karten eingezeichnet. Mehrfach wechselten die Besitzer des kleinen Dorfes, wo ein wenig Viehzucht und etwas Ackerbau betrieben wurden. Der frühe Grund der Ansiedlung muss das Fließgewässer vom Abfluss des Rangsdorfer Sees gewesen sein. So konnte wenigsten ab und zu ein Fisch auf dem Tisch landen. Die Rodungsfläche vor dem Elsenbruch sind noch heute eindeutig erkennbar. Weniger ertragreich werden die stets feuchten Wiesen gewesen sein auf der anderen Kanalseite. Keine gute Futtergrundlage. Gründe, die einer weiteren Ansiedlung entgegen standen. Der Eisenbahnbau hat die Gemarkung Pramsdorf geteilt.


8.000 v. u. Z.
· Siedlungsbeginn:
Erste Menschen siedelten bereits 8.000 Jahre v. u. Z. vor der Teltower-Hochplatte, die aus den Schmelzwassern der letzten Eiszeit vor ca. 15.000 – 10.000 Jahren entstand. Frühe Siedlungsspuren lassen sich ab der Mittelsteinzeit als Bodenfunde nachweisen.


Vor 1360
· Ritter Falk:
Vor der Ersterwähnung: Pramsdorf soll im Besitz des Ritters Falk gewesen sein.

 

1360 – 1450
· Besitzerwechsel:
Neuer Besitzer mit allen Rechten soll die Familie Mußlow (Musolf) gewesen sein.


1375
· Ersterwähnung:
Im Landbuch Kaiser Karl IV. wird Pramsdorf als Prodensdunk 1375 erwähnt. Das niederländische Dunk soll für Wald stehen, heute wörtlich übersetzt für „eintauchen “ und Proden für „sandiges Ufer, Insel“. Der See hieß früher Proden, ehe aus ihm Groß Machnower See bzw. Machnower See wurde. Pramsdorf hatte nur 11 Hufen und ist dem Dorf Alt Machnow im Norden des Machnower Sees vor dem Zabelsberg gleichzusetzen. Das heutige Groß Machnow dagegen ist ein Kolonistendorf, das auf Grund seiner Größe bedeutend war für die Christianisierung der umliegenden Slawendörfer. Kein Puffer gegen die Sachsen, wie es bei einigen Historikern interpretiert wurde, denn es war kein wehrhaftes Dorf, es war ein reines Agradorf. Es war das größte Dorf „up dem Teltow“. Pramsdorf wurde 1598 auch als Pransdorf bzw. 1624 Bramsdorf bezeichnet. Der Pramsdorfer Berg mit seinen 45,9 m und die Kiesgrube gehören heute zur Gemarkung Rangsdorf. Nur noch die südliche Seite der Straße gehört noch zu Pramsdorf.


· Größenvergleich 1375:
Pramsdorf 3 – 4 Hüfner, 11- 12 Hufen
Rangsdorf 25 Hüfner + 9 Kossäten
Groß Machnow 80 Hüfner + 32 Kossäten

 

1478 – 1504
· Görtzke:
1478 kam Pramsdorf bis 1504 an die Familie Görtzke zu Friedersdorf. Sie erhalten 1480 von neun Hufen Zinsen mit Korn und Geld, drei Hufen wurden als Richthufen bezeichnet, die nur Geldabgaben leisteten. Mittlerweile war eine Kötterstelle besetzt.


1504 – 1581
· Besitzerwechsel:
Fam. Britzke ist neuer Besitzer von Pramsdorf. In diesem Jahr bestand das Dorf mit sechs Pflugdiensten, von denen der Lehnschulze mittlerweile drei abgabenbefreite Hufen besaß. Außerdem hatte er das Recht erhalten, einen Kahn zu besitzen. Es gab weiterhin drei Zweihufner, einen Einhufner sowie vier Kötter. Zur Gemarkung gehörte auch ein als Waldgebiet, in dem Eller wuchsen und das auf der Feldmark Pramsdorf gelegen als Rietziger Bruch bezeichnet wurde. Die von Britzke hielten das Dorf mit Ober- und Untergericht, dem Kirchenpatronat und den Diensten und Abgaben (1513, 1553).

Bis 1621
· Otterstedt:
Die Familie Otterstedt aus Dahlewitz war mit Ober- und Untergericht und der Schäfereigerechtigkeit bis 1621 Besitzer von Pramsdorf.


Ab 1621
· Köppen:
Neuer Besitzer von Pramsdorf wurde Prof. Johann von Köppen (jun.) aus Klein Kienitz.


1652
· Wüst:
Nach dem Dreißigjährigen Krieg lag der Ort Pramsdorf wüst. Im Bericht der Landreiter heißt es: „dorinnen keiner mehr wohnet“.


1726
· Kauf:
Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. kauft 1726 Pramsdorf für seine Privatschatulle, nachdem er bereits Groß Machow vom Freiherrn Otto von Schlabrendorfs Witwe 1724 erworben hatte.


1729
· Vorwerk:
Aus Pramsdorf wurde ein Vorwerk für das Gut Groß Machnow. Ab diesem Zeitpunkt war die Selbständigkeit des Ortes vorbei. Der Elsenbruch von Elsen/Eller/Erle (ein Birkengewächs, lat. Alnus) befindet sich auf der östlich Seite von Pramsdorf. Er wurde zeitweilig auch als Königlicher Elsenbruch bezeichnet. Dieses Feuchtraumhabitat schließt den Machnower See nach Süden ab und östlich die Möglichkeit der ehemaligen Pramsdorfer Rodung.


1800
· Carl Magnus von Zülow:
Der Gutsherr aus Dahlewitz lässt den Jordangraben verbreitern und baut den Huthgraben, den Rangsdorfer Graben in Richtung Mittenwalde aus. Daraus wurde später der Zülowkanal. Mit 7 m langen Flachbodenschiffen transportiert Zülow stakend bzw. treidelnd Torf vom Grenzgraben zwischen Dahlewitz und Groß Kienitz nach Mittenwalde bzw. Berlin. Über den Jordangraben errichtete er eine Brücke aus Holz für die Pramsdorfer Straße, damit die Schiffe durchfahren konnten. Die Groß Machnower mussten immer schon über den Jordan, um auf ihre anliegenden Feldern zu gelangen. Schönes Wortspiel, wenn man auf die sumpfigen Wiesen fahren musste und jetzt mit einer zusätzlichen Steigung.
Jahre später wurde der Zülowgraben umgelegt und fließt jetzt südöstlich aus dem Machnower See durch Groß Machnow, um dann parallel zum Brachvogelweg den Zülowkanal zu erreichen. Der Jordangraben ist nur noch sporadisch an einigen Stellen erkennbar. Er ist kein Fließgewässer mehr.


1875
· Bahnübergang
: Mit dem Bau der Eisenbahn erhielt Pramsdorf einen Bahnübergang. Später sogar ein Stellwerk, das zum Schutz der Bahnstrecke auch noch einen Bunker erhielt. In der Planung sollte Pramsdorf einen eigenen Bahnhof erhalten, damit die Besucher für die Flugschau direkt auf das Fluggelände gelangen könnten. Die Bergstraße trug schon zeitweilig den Namen Bahnhofstraße.

 

1939
· Dietloff von Schierstedt:
Der Gutsbesitzersohn aus Groß Machnow lässt Kies an der Bahnlinie fördern. Dazu fuhr eine Kleinbahn mit einer Diesellok ein. Dort, wo sich heute der südliche Badestrand befindet, war die Ausfahrt. Parallel führten die Gleise mit einer stumpfen nördlichen Abzweigung entlang der Pramsdorfer Straße auf eine Rampe. Von dort aus wurden die Fahrzeuge beschüttet. Vor der Rampe befand sich ein Lokschuppen. Die Reste der Rampe sind noch unter Buschwerk erkennbar. Nach dem die Grube durch Grundwassereintrag gefüllt war, nutzte sie der Fleischermeister Erich Balk aus Rangsdorf als privates Fischgewässer.


Nach 1945
· Nach 1945 gehörte Pramsdorf zu den Berliner Stadtgütern, die aber bereits 1950 Pramsdorf wieder an Brandenburg zurückgab.
· Tierbestand: Über die LPG bzw. VEG wurden Tierställe für Kühe errichtet.

· Brand in der Tieranlage