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Untersuchungsergebnisse des Rangsdorfer und Machnower Sees vorgestellt

Die Studienergebnisse zur Untersuchung des Rangsdorfer und des Machnower Sees wurden in einer Einwohnerversammlung am 6. April präsentiert. Im Saal des Seehotels Berlin-Rangsdorf hatten sich mehr als 40 interessierte Rangsdorfer*innen eingefunden, um sich über die Resultate zu informieren und über Maßnahmen angeregt zu diskutieren.

 

Zu Beginn erläuterte Philipp Wolke von der HYDOR Consult GmbH aus Berlin die Untersuchungsergebnisse zum Rangsdorfer See. Zunächst wurden vorhandene Daten analysiert sowie temporäre Grundwassermessstellen eingerichtet und Proben entnommen. Dabei wurden – vor allem an westlichen und südlichen Messstellen - hohe Phosphorwerte festgestellt.

 

Auch die Zu- und Abflüsse des Sees wurden untersucht. Der Glasowbach mit seinen stark schwankenden Durchflussmengen ist mit einer sehr hohen Phosphorkonzentration die Haupteintragsquelle. Hinzu kommt der sehr hohe Eintrag von Gänsen, der jährlichen Schwankungen unterliegt. Die Jühnsdorfer Kompostieranlage hingegen sei keine Belastungsquelle.

 

Der See hat zwischen Juni 2020 und Juli 2021 rund 300.000 m³ Wasser verloren. Dabei gibt es im Jahresverlauf sich verändernde Zu- und Abflüsse - teilweise auch unterirdisch. Nach der Empfehlung der Fachleute soll künftig zur Stabilisierung des Seewasserstandes verhindert werden, dass Wasser auf der Westseite unkontrolliert abläuft.

 

Eine wichtige Maßnahme wäre die Stützung des Wasserhaushalts durch die Einleitung von Regenwasser des BER und von geklärtem Abwasser aus Waßmannsdorf, wenn die vierte Reinigungsstufe in Betrieb ist. Nicht zielführend, so betonte Philipp Wolke, seien Maßnahmen, wie die Entschlammung des Seebeckens, Phosphorfällung oder Belüftung des gesamten Sees. Beprobungen und Analysen des Sediments im Bereich der Krummen Lanke ergaben zudem, dass dieses nicht für die Landwirtschaft genutzt werden könnte.

 

Noch schwieriger gestaltet sich die Situation am Machnower See. Dr.-Ing. Nico Trauth von der Firma BCE Björnsen Beratende Ingenieure präsentierte dazu die Studienergebnisse.  Der See ist von einer starken Verlandung betroffen, wie eine Seevermessung zeigte. Die Schlammschicht hat zwischen 2009 und 2020 um bis zu 20 cm zugenommen. Bis zu vier Meter dick ist die Schlammschicht des Sees insgesamt.

 

Der Machnower See wird durch den Zülowgraben und durch Grundwasser im Norden gespeist. Doch die Wassertiefe ist zu gering und steigende Temperaturen verschärfen die Situation weiter. „Der Trend aufgrund des Klimawandels geht hin zum Temperaturanstieg und die Folgen werden im regionalen Bereich sichtbar“, erläuterte Nico Trauth. Wenn daraufhin der Grundwasserspiegel unter den Wasserspiegel des Sees fällt, versickert das Seewasser und der See trocknet aus.

 

Auch der Machnower See leidet unter erhöhten Phosphorkonzentrationen, die durch Düngung von landwirtschaftlich genutzten Flächen, durch Düngung in Kleingartenanlagen, aber auch von Moorböden, in diesem Fall auf natürliche Weise, verursacht werden können. Erhöhte Phosphor-Konzentrationen wurden im Grundwasser und im Zülowgraben nachgewiesen.

 

Der Machnower See ist ein wertvoller Natur- und Lebensraum für viele verschiedene Arten, die teilweise auf der Roten Liste stehen. Alle Maßnahmen sollten deshalb schonend und nachhaltig darauf abgestimmt werden. Fakt ist jedoch, dass der Machnower See nicht von allein wieder zu einem guten ökologischen Zustand gelangen wird. Die Kombination aus Wassermangel und den Phosphoreinträgen führt stattdessen zu einer anhaltenden Verlandung.

 

Wichtig sei deshalb eine Stützung des Wasserhaushalts, erklärte Nico Trauth. Dafür sollten weitere Versiegelungen verhindert und versiegelte Flächen in Grünflächen umgewandelt werden. Die Entnahmemengen müssen außerdem reduziert und die Zufuhr von Wasser erhöht werden. Um die Phosphor-Konzentration zu verringern, wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen – von der Vermeidung übermäßiger Düngung in Landwirtschaft und Privatgärten bis hin zur Entschlammung der oberen Sedimentschicht. Auch hier könne das Sediment nicht für die Landwirtschaft genutzt werden.

 

Vor allem die Herstellung der Durchgängigkeit von Zülowgraben, Machnower See und Jordangraben könnte den See länger bestehen lassen. Dafür gibt es mehrere Lösungsvarianten.

 

Über konkrete Maßnahmen für beide Gewässer wird nun unter Beteiligung aller zuständigen Behörden zeitnah diskutiert.

 

gez. Rocher

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Veröffentlichung

Fr, 08. April 2022

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