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Mitteilung des Bürgermeisters der Gemeinde Rangsdorf – „Bilanz“ der ergiebigen Niederschläge am 29. Juni und am 25. Juli 2017

01.08.2017

Innerhalb von nicht einmal einem Monat ist an zwei Tagen innerhalb weniger Stunden so viel Niederschlag in Rangsdorf gefallen, wie sonst nicht in einem ganzen Monat. Positiv ist, dass die erheblichen Grundwasserdefizite aus dem letzten Jahr dadurch ausgeglichen wurden. Andererseits ist der Boden bis an die Grenze der Versickerungsfähigkeit gelangt, war teilweise so vollgesogen, dass kein neues Wasser mehr aufgenommen werden konnte. Dies hat sich insbesondere am 25. Juli gezeigt, wo an verschiedenen Stellen kein Wasser mehr versickerte. In der Folge führen die beiden größten Seen in der Gemeinde, der Rangsdorfer See und der Machnower See, so viel Wasser, wie sonst im Frühjahr nach der Schneeschmelze.

 

Für die Mengen an Niederschlägen haben die Entwässerungssysteme in Rangsdorf im Prinzip gut funktioniert. Trotzdem wurden an einigen Orten im Gemeindegebiet Schwachstellen sichtbar. Dies betrifft vor allem die Stellen, wo keine Überläufe vorhanden sind, sondern nur Versickerungsmöglichkeiten bestehen. So musste an beiden Tagen in der Georg-Hansen-Straße und im Tannenweg Wasser Richtung Seebadallee abgepumpt werden. Am 25. Juli dann auch an der Reiherbeize und in der Kita „Spatzennest“.

 

Dass die Regenentwässerung halbwegs funktioniert hat, hat mit dem Eindringen von Wasser in die normalerweise nur für die Entsorgung des häuslichen Schmutzwassers vorgesehenen Leitungssysteme des Zweckverbandes KMS zu tun. Das eigentlich nur für viel geringere Mengen angelegte Kanalsystem konnte die Wassermassen an vielen Stellen nicht problemlos fassen. Die Pumpen sind an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Bei den Freigefälleleitungen trat an den jeweils niedriger gelegenen Straßenschächten das Wasser, das an anderer Stelle hineinlief, wieder aus. Dies geschah zum Beispiel Am Sonnenstrand aber auch in Groß Machnow in der Dorfstraße in Höhe des Friseurs. Das Kanalsystem des Zweckverbandes KMS in Groß Machnow war besonders betroffen, weil in diesem Kanalsystem alle anderen Schmutzwasserleitungen aus Dahlewitz und Rangsdorf zusammenlaufen und das Schmutzwasser von Groß Machnow auf die Kläranlage in Wünsdorf gepumpt wird. Dies haben die Pumpen an beiden Tagen nicht mehr geschafft, so dass im Juni zuerst die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde und dann, mit leistungsstärkeren Pumpen, das Technische Hilfswerk das gesammelte Niederschlagswasser in den Schustergraben abgepumpt hat.

Eine ähnliche Situation gab es dann auch am 25. Juli. Hier hat dann allerdings der Zweckverband KMS am Vormittag entschieden, dass das Wasser zunächst in die noch vorhandenen Klärbecken der alten Kläranlage in Pramsdorf geleitet wird. Dazu musste ein entsprechender Auslauf angebracht werden. Dies führte dann zu einer spürbaren Entlastung, weil zum einen das Wasser aus der westlich der Bahn gelegenen Seite von Rangsdorf, das über die Pumpe in der Stauffenbergallee vorher nach Groß Machnow befördert wurde, nur noch bis zur Kläranlage in Pramsdorf gepumpt werden musste. Das Wasser aus Rangsdorf östlich der Bahn, Dahlewitz und Groß Machnow wurde ebenfalls zur Kläranlage in Pramsdorf gepumpt. Der Zweckverband KMS hat schon im Winter mit der Vorbereitung eines Projektes für ähnliche Situationen begonnen. Die Kläranlage in Pramsdorf soll als Zwischenspeicher aktiviert werden. Dazu wurden Verkaufsverhandlungen mit dem Land Brandenburg zum Ankauf der Flächen der alten Kläranlage Pramsdorf geführt und in den Wirtschaftsplan finanzielle Mittel für eine Projekterarbeitung bereitgestellt.

 

Die für Notfälle vorgesehene Aktivierung der Kläranlage Pramsdorf wird, sofern solche ergiebigen Niederschläge innerhalb kurzer Zeit häufiger auftreten, nicht ausreichen. Deshalb hat schon nach den Niederschlägen im Juni das Bauamt der Gemeinde Rangsdorf Maßnahmen zusammengestellt, um die Ableitung des Niederschlagswassers ohne die Nutzung der Schmutzwasserleitungen des Zweckverbandes KMS an vielen Stellen in Rangsdorf zu verbessern.

Die in den letzten Jahren durchgeführten Maßnahmen, u. a. die Vergrößerung der Speicherkapazitäten durch das Anlegen von Entwässerungsmulden in verschiedenen Straßen, werden fortgesetzt werden. Der Ablauf des Wassers aus der Machnower Seestraße Richtung Machnower See soll verbessert werden. Versickerungsleitungen sollen teilweise erneuert bzw. gereinigt werden, und Überläufe ertüchtigt werden. Einige Regenwasserleitungen müssen mit Kameras befahren werden, um deren Funktion zu überprüfen. Es müssen auch einige Einläufe tiefer gesetzt werden, um ein leichteres Abfließen des Wassers zu ermöglichen. Hierfür hat die Gemeindevertretung für Sofortmaßnahmen in der Sitzung am 25. Juli zunächst einmal 30.000 € als überplanmäßigen Aufwand bewilligt.

 

Schon am 01. Juni hat die Gemeindevertretung zur Verbesserung der Straßenentwässerung in der Georg-Hansen-Straße 60.000 € als außerplanmäßige Auszahlung bewilligt. Das daraufhin erarbeitete Tiefbauprojekt ist in der Zwischenzeit ausgeschrieben und soll in den nächsten Monaten umgesetzt werden.

 

An verschiedenen Stellen in Rangsdorf ist auch Schichtenwasser in die Keller gelaufen. Dies ist vor allem durch die hohen Wasserstände bedingt. Auch am Freitag, also 3 Tage nach dem Starkregen, stand z.B. auf Wohngrundstücken in der Walther-Rathenau-Straße großflächig Wasser, das nicht versickern konnte.

 

An dieser Stelle wird auch auf die Pressemitteilung zur Durchsetzung der Niederschlagsentwässerung verwiesen. Ein Teil des Entwässerungsproblems entsteht auch deshalb, weil die Grundstückseigentümer Grundstücke versiegeln und nicht dafür sorgen, dass das Wasser auf dem Wohngrundstück versickern kann, so wie es die Brandenburger Gesetze und die Niederschlagsentwässerungssatzung der Gemeinde vorsehen, sondern das Wasser auf die Straße abgeleitet wird.

 

gez.

Rocher

 

Foto:

© Archiv Gemeinde Rangsdorf - Bürgermeister Klaus Rocher